fluee berae. m uere res lege Weltgeschehnisse, politische Geschehnisse und Ähnliches, die mich zwar teilweise unmittelbar betreffen können, die ich aber in meinem kleinen Kosmos nicht direkt be- eflusse a. a gb es e mlere res e elese beeflusse a zum Beispiel mein direktes Arbeits- oder Fa- milienumfeld. Und das, was man tatsächlich ändern kann, ist der sogenannte Circle of rl: er Efluss au mee eae Gefühle und mein eigenes Verhalten. INSIDER KREFELD: Welche Stressoren INSIDER KREFELD: beeflusse us Prof. Dr. Lena Evertz: Was auch einen Ein- Prof. Dr. Lena Evertz: W fluss au usere ressreae a s e intensive Nutzung von digitalen Informa- tions- und Kommunikationstechnologien. Die ständige Erreichbarkeit stresst uns und sorgt dafür, dass wir zunehmend den Fokus verlieren. Gleichzeitig entsteht Stress oft, weil unsere Gedanken nicht dort sind, wo unser Körper ist. Viele Menschen fühlen sich dadurch abends besonders erschöpft. Diese Inkongruenz entsteht durch die Nut- zung digitaler Technologien: Während der rper bespelsese m mee s be- e s e eae eem gale Raum oder springen zwischen Aufgaben hin und her – etwa zwischen dem Lesen einer E-Mail und dem Führen eines digitalen Ge- sprächs. Dieses durch Multi- oder Switch- tasking verursachte Ungleichgewicht führt zu Erschöpfungszuständen. INSIDER KREFELD: Wie kann man dieser INSIDER KREFELD: Erschöpfung entgegenwirken? Und wie lässt sich das in den Arbeitskontext übertragen? Prof. Dr. Lena Evertz: Am wichtigsten ist Prof. Dr. Lena Evertz: es, sich bewusst zu machen, dass unsere Gedanken den ganzen Tag abwandern. Das passiert circa 50 Prozent der Zeit. Dann sind wir mit unseren Gedanken in der Ver- gangenheit, in der Zukunft, bei anderen Din- gen – aber nicht in der Gegenwart. Wenn wir gestresst sind, ist der Wert noch höher. Das kann man auch im Unternehmenskon- text schön beobachten, beispielsweise bei der Meeting-Kultur: Sitzen im Meeting alle Teilnehmenden an ihren Laptops und beant- worten parallel E-Mails? Oder versprechen sie sich einhundertprozentige Präsenz und klappen die Laptops zu? Diese Kleinigkeiten helfen bereits, eine achtsame Unterneh- menskultur zu fördern. Umgekehrt rate ich davon ab, im Unternehmenskontext direkt mit klassischen Achtsamkeitsübungen oder körperbewussten Übungen zu beginnen. Da sind die Barrieren bei manchen Mit- arbeitenden zu groß. Man muss das Thema zielgruppengerecht und niederschwellig in die Arbeitswelt transportieren. INSIDER KREFELD: Wie komme ich von INSIDER KREFELD: solchen kleinen Stellschrauben auf eine Ver- änderung auf Organisationsebene? Prof. Dr. Lena Evertz: Um tatsächlich eine Prof. Dr. Lena Evertz: resiliente Organisation zu schaffen, ist es wichtig, beim Individuum anzusetzen und dann auf der Teamebene zu schauen, wo es hakt. Was sind da die Themen? Wie steht es um Fehlerkultur und psychologische Sicherheit? Können Mitarbeitende Themen offen ansprechen? Und dann schließlich auf der strukturellen, also der organisationalen Ebee saue: abe ee- te Prozesse? Haben wir eine Kultur der permanenten Erreichbarkeit? Wie sehen Vertretungsregelungen aus? Aus unter- nehmerischer Sicht ist es wichtig, alle drei Ebenen zu betrachten. INSIDER KREFELD: Wie können Unter- INSIDER KREFELD: nehmen das Thema Resilienz sinnvoll in den Arbeitsalltag integrieren? Prof. Dr. Lena Evertz: Unternehmen kön- Prof. Dr. Lena Evertz: nen beispielsweise einmal im Monat im Rah- men einer Teamsitzung mit einem Bürokra- tie-Buster beginnen, wie ich es nenne. Dort können Teilnehmende Prozesse benennen, e se als ser brras er ee empe. a su ma gemesam nach Lösungen. Man kann auch einmal im „Ich versuche, in meiner täglichen Führungsinteraktion den Mitarbeitenden meine volle Auf- merksamkeit zu schenken.“ Jahr Resilienz-Tage veranstalten, vielleicht mit Unterstützung von Krankenkassen. Vor- teilhaft ist immer auch ein externer Impuls, vielleicht eine Tagesveranstaltung wie unser „Mindful Leadership“-Seminar, welches wir an der Hochschule Niederrhein für Fach- und Führungskräfte anbieten. INSIDER KREFELD: Was können wir uns INSIDER KREFELD: unter „Mindful Leadership“ vorstellen? Prof. Dr. Lena Evertz: Mindful Leadership Prof. Dr. Lena Evertz: bedeutet achtsamkeitsbasierte Führung. Das heißt, ich versuche, in meiner täglichen Füh- rungsinteraktion den Mitarbeitenden meine volle Aufmerksamkeit zu schenken. Das lg selbsersl s es aber ug nicht. Es geht darum, sich als Führungskraft bewusst zu machen, wie ich Arbeit verteile, Erreichbarkeit strukturiere und dafür sorge, dass meine Mitarbeitenden konzentriert, also Single-Task-orientiert, arbeiten können. Dabei spielt auch emotionale Intelligenz eine große Rolle, also die eigenen Gefühle wahrzuneh- men und zu regulieren. Wenn Führungskräfte und Mitarbeitende ein hohes Maß an emotio- naler Intelligenz haben, dann funktioniert die Organisation als Ganzes reibungsloser. INSIDER KREFELD: Warum ist es für INSIDER KREFELD: Unternehmen sinnvoll, in die Resilienz ihrer Führungskräfte und Mitarbeitenden zu investieren? Prof. Dr. Lena Evertz: Prof. Dr. Lena Evertz: Man kann tat- sächlich in vielen Unternehmen, die dem Thema Resilienz gar keine Aufmerksamkeit schenken, eine Abwärtsspirale beobachten. Es gibt einen hohen Krankenstand, der dazu führt, dass die verbliebenen Mitarbeitenden noch mehr leisten müssen. Und irgendwann büßen die Leistungsträger, die bislang die Fahne hochgehalten haben, ihre Motivation und letztlich ihre Performance ein. Dann wird wahrscheinlich auch die Fluktuations- rate ansteigen. Der Mensch ist eben keine Maschine. Auf der anderen Seite können Unternehmen, die stark in Resilienz inves- tieren, eine Steigerung u. a. der Produktivi- tät feststellen. Beispielsweise SAP, die einen sgeae e uless er au oberster Führungsebene beschäftigen, der das Thema Achtsamkeit vorantreibt. Dort haben sich durch die Achtsamkeitstrainings lbee ru u rugs- kompetenz verbessert. INSIDER KREFELD: Dabei ist Vorsorge INSIDER KREFELD: vermutlich besser als Nachsicht, richtig? Prof. Dr. Lena Evertz: Ja, die Investition in Prof. Dr. Lena Evertz: die Resilienz der Mitarbeitenden lohnt sich, denn da hängen keine allzu hohen Kosten dran. Man hat aber eine große Chance, eine resiliente Unternehmenskultur zu gestalten und dafür zu sorgen, dass die Mitarbeiten- den fester im Sattel sitzen, wenn die nächste Krise kommt. In ruhigem Fahrwasser funktionieren die meisten Unternehmen. Aber wenn sich die wirtschaftliche Situation zuspitzt, der Wettbewerb zunimmt oder unerwartete Krisen auf das Unternehmen einstürzen, dann zeigt sich, wie resilient das Unternehmen ist. Und deshalb ist es ratsam, bei diesem Thema vorzusorgen. INSIDER KREFELD: Abschließend: Haben INSIDER KREFELD: Sie einen Tipp aus der Praxis, um den eige- nen Arbeitsalltag achtsamer zu gestalten? Prof. Dr. Lena Evertz: Zwischen zwei Prof. Dr. Lena Evertz: Meetings einfach mal rausgehen, ohne Handy, und die Umgebung wahrnehmen. Das kann sehr befreiend sein, dann können die Gedanken zur Ruhe kommen. Oder be- wusst atmen: Vier Sekunden durch die Nase ein- und acht Sekunden wieder ausatmen. Das beruhigt das vegetative Nervensystem. Das gelingt einem vielleicht nicht jeden Tag gleich gut. Aber man kann das trainieren. Atmen ist schließlich das Natürlichste der Welt. Am besten gleich mal vor dem Rech- ner ausprobieren. 1 „FUTURE SKILLS 2021 – 21 Kompetenzen für eine Welt im Wandel“, 2021 17